Chronik

Diese Chronik stammt aus der gedruckten Fassung anlässlich unserem 75-jährigen Jubiläum. Die Originalfassung stammt aus der Feder von Manfred Schillinger und Jochen Pfister.

So fing alles an – 1928

Eine Gruppe musikinteressierter Malterdinger Bürger hatten sich vorgenommen, einen Musikverein zu gründen. Die Versammlung im Sonnensaal wurde von einer fünfköpfigen Gründungskommission vorbereitet. Neben dem Bürgermeister und den Gemeinderäten waren ca. 60 Personen anwesend. Die Versammlung war gut vorbereitet und die damals schon erforderlichen Regularien schnell erledigt.

Ein kleines Problem bereitete dann die Wahl des 1. Vorsitzenden. Einige Malterdinger Bürger wurden vorgeschlagen, auch der Bürgermeister und die anwesenden Gemeinderäte, aber allle haben abgelehnt, bis schließlich Albert Zipse sich bereit erklärte, für dieses Amt zu kandidieren. Zweiter Vorsitzender wurde Karl Hörsch, Schriftführer August Lehmann und Rechner August Fischer. Die Aufnahmegebühr wurde auf 1,00 Reichsmark und der Vierteljahresbeitrag für alle Mitglieder auf 1,50 Reichsmark festgelegt.

Die Vorstandschaft wurde beauftragt nach einem geeigneten Dirigenten zu suchen und für die finanziellen Grundlagen des Vereins Sorge zu tragen. Die Proben leitete zunächst der Musiker Hermann Lehmann. Bei der Gründung zählte der Verein bereits 110 Mitglieder.

Mit Herrn Enlger aus Köndringen fand man dann auch den ersten Dirigenten und mit einem Kredit wurde die Anschaffung von Instrumenten finanziert.

1929

In der ersten Generalversammlung wurden die Vereinsstatuten beschlossen, die auch der heutigen Satzung noch sehr nahe kommen. Die 22 Aktiven hatten sich zu 105 Proben getroffen. Zu bemerken ist, dass die Ausbildung der Musiker hauptsächlich in den Proben erfolgte. Bereits 12 öffentliche Auftritte gab es schon.

1930

Anfang Januar fand der allererste Familienabend statt.

1931

Beim Familienabend wurde von den Musikern zum ersten Mal auch ein Theaterstück aufgeführt und am 1. Mai diesen Jahres begann die Tradition des Maiweckens.

In der Generalversammlung wurde Gustav Läufer zum Schriftführer gewählt – dieses Amt begleitete er 39 Jahre lang.

1932

1932 konnte der Rechner berichten, dass der Verein schuldenfrei sei. Die aktiven Musiker wurden beitragsfrei gestellt und der Beitrag für die passiven Mitglieder wurde gesenkt. Man beschloß aber trotzdem zur Verbesserung der Einnahmensituation ein Gartenfest abzuhalten, welches dann mit Gastkapellen aus der Umgebung im Mai stattfand.

1933

Im April war zum ersten Mal ein Werbetag des Blasmusikverbandes und aus diesem Anlass führte der Malterdinger Musikverein ein Platzkonzert beim Rebstock durch. Außerdem beteiligte man sich bereits an einem Bundesmusikfest in Freiburg. Desweiteren unternahm man verschiedene Wanderungen zu Nachbarvereinen. Sonntagnachmittags traf man sich mit den Riegeler, Heimbacher, Köndringer und Teninger Musikern, saß ein paar Stunden zusammen und begleitete sich dann gegenseitig zum Dorfausgang.

1935

Im Juli nahm man zum ersten Mal an einem Wertungsspiel teil. In Endingen erreichten die Malterdinger die Note gut und wurden mit fünk Mark belohnt.

1938

In diesem Jahr wird berichtet, dass die Zahl der Aktiven Musiker auf 22 zurückgegangen ist. Es ist anzunehmen, dass dies auf die damals herrschenden, politischen Verhältnisse zurückzuführen war. Trotzdem besuchte man noch das Bundesmusikfest in Kenzingen. Eine Feier zum 10-jährigen Vereinsjubiläum wurde aber gemäß Beschluß der Vorstandschaft zurückgestellt.

1939

In der Generalversammlung wollte der 1. Vorsitzende Hermann Lehmann sein Amt abgeben. Auf Bitten der Versammlung versprach er das Amt noch ein jahr weiter auszuüben. Hier enden die Eintragungen in der Vereins-Chronik…

Durch die mündliche Überlieferung wissen wir, dass am 1. Mai noch das traditionelle Spielen im Dorf durchgeführt wurde. Es ist davon auszugehen, dass durch die Kriegsereignisse das Vereinsleben nach und nach zum Erliegen kam.

Neubeginn – nach den Kriegsjahren – 1947

Im Februar traf man sich im Gasthaus zur Krone, um den Musikverein nach den schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahren wieder zu gründen. Acht Musiker aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg waren anwesend. Weitere acht Aktive waren gefallen und verschiedene befanden sich noch in Gefangenschaft.

Den ersten Vorsitz übernahm Hermann Lehmann. Er begleitete auch das Amt des Dirigenten. Zweiter Vorsitzender, Rechner und Schriftführer wurden Fritz Hirzel, August Fischer und Gustav Läufer, die diese Ämter auch schon vor dem Krieg begleitet hatten.

Der Verein wurde sofort wieder in das gesellschaftliche Leben des Dorfes integriert und man berichtet schon von acht Auftritten im Dorf und in der Kirche. Jedes aus der Gefangenschaft heimkehrende Mitglied wurde mit einem Ständchen begrüßt.

1950

Man feierte ein großes Gartenfest mit 10 auswärtigen Musikkapellen.

Im Herbst legte Hermann Lehmann seine Ämter nieder. Auf Wunsch der Musiker erklärte sich der Ehrenvorsitzende Albert Zipse ein zweites Mal bereit, den Vorsitz zu übernehmen. Ebenso konnte man den ehemaligen Dirigenten Engler wieder gewinnen.

1952

Im oktober wurden die neuen Kirchenglocken wieder eingeholt, welche den Wirren des Krieges zum Opfer gefallen waren. Der Musikverein beteiligte sich an diesen Feierlichkeiten.

1953

Im Mai feierte man würdig das 25-jährige Jubiläum. Straßen und Häuser wurden geschmückt. Am Dorfeingang wurde von den Musikern eine große Ehrenpforte – Schwibogen genannt – aufgebaut.

Neben den Nachbarvereinen waren auch die Kapellen aus Allmannsweier und Vögisheim anwesend. Am Sonntag gab es einen großen Festumzug mit 24 Vereinen und einen Gesamtchor.

1957

Im Mai nahm man an einem Wertungsspiel des Verbandes in Herbolzheim teil. Mit dem Selbstwahlstück, der Ouvertüre Bergheimat, wurde die Note „sehr gut bis vorzüglich“ erreicht.

1958 – Umbrüche …

Unstimmigkeiten innerhalb der Vorstandschaft und der Aktiven veranlassten Karl Körsch in der Generalversammlung am 09.02. sein Amt als 1. Vorsitzender aufzugeben. Auch verschiedene andere Mitglieder der Vorstandschaft stellten ihre Ämter zur Verfügung. In der Versammlung konnte keine neue Vorstandschaft gefunden werden. Ein provisorischer Verwaltungsrat hat dann die Geschäfte bis zur außerordentlichen Generalversammlung am 09.03. weitergeführt. In dieser Versammlung wurde Otto Dages zum 1. Vorsitzenden gewählt,. der dieses Amt 16 Jahre begleitete. Rechner wurde Walter Wickersheim. Der 2. Vorsitzende Hans Zipse und der Schriftführer Gustav Läufer behielten ihre Ämter.

In der gleichen Sitzung beschloß man ab sofort, auch den Nachwuchs für den Musikverein zu gewinnen und eine Jugendgruppe im Musikverein aufzubauen. Der damalige Schulleiter, Herr Oberlehrer Schmidt, versprach an diesem Vorhaben mitzuwirken und mit Herrn Musikdirektor Kleinschmidt aus Emmendingen wurde zum ersten Mal ein Ausbilder eigens für die Jugendausbildung verpflichtet. Beim Familienabend zur Jahreswende wurden die Musiker in neuen Uniformen vorgestellt, auf die man kräftig sparen musste.

1961

In der Generalversammlung wurde Heinrich Leonhardt zum Rechner gewählt, er hat dieses Amt 31 Jahre lang ausgeübt. Im Herbst gab man an zwei Abenden im Rebstocksaal ein Wunschkonzert zu Gunsten der neu anzuschaffenden Orgel in unserer Kirche.

1965

Man nahm an einem Wertungsspiel des Oberbadischen Blasmusikverbandes in Kenzingen teil und erreichte die Note „sehr gut bis vorzüglich“.

1966

Beim Familienabend trat zum ersten Mal eine Schülergruppe des Musikvereins auf.

In diesem denkwürdigen Jahr wurden erstmals Mädchen zur Ausbildung in den Musikverein aufgenommen.

Im Juni nahmen mehrere Jungbläsergruppen an einem Wettbewerb in Emmendingen mit gutem Erfolg teil. In der Folge wurde die Teilnahme an solchen Wettbewerben zum festen Bestandteil der Jugendausbildung.

Am 11. November wurden die Turnhalle und die Schule unter Mitwirkung des Musikvereins eingeweiht.

1968

Man nahm an einem Kritikspiel in Freiburg teil und erreichte die Note „sehr gut“. Vom 13-15. Juli feierte man das 40-jährige Vereinsjubiläum zusammen mit 22 Gastvereinen in einem Zelt vor der Turnhalle. Am 08. 12. gab es den ersten Altennachmittag unter Mitwirkung des Musikvereins.

1971

Im Rahmen des Bundesmusikfestes in Karlsruhe nahm man im Mai bei einem Wertungsspiel in der Mittelstufe teil. Dirigent Maurer hatte damals das Selbstwahlstück „Happy Day“ ausgesucht. Mit einem „ersten Rang mit Auszeichnung“ erreichte man die höchste Wertung in der Véreinsgeschichte.

1975

Man knüpfte erste Kontakte zu dem Blasorchester aus Kleinblittersdorf im Saarland. Ebenfalls in diesem Jahr erfolgte die Eintragung des Musikvereins Malterdingen beim Amtsgericht als eingetragener Verein.

1977

Beim Sommermarkt hielt der Musikverein im Hof des Ehrenvorsitzenden Otto Dages zum ersten Mal ein Marktfest ab.

1979 Jugend musiziert…

In der Generalversammlung wurde zum ersten Mal ein Beitrag für die Jugendausbildung beschlossen. Weiterhin hatte man sich vorgenommen das 50-jährige Jubiläum, trotz einem Jahr Verspätung, im Juli groß zu feiern.

1982

Im September war zum ersten Mal ein Hüttenwochenende für die Jungmusiker in der Kohlenbacher Hütte. Hüttenaufhalte zur besseren Konzertvorbereitung gehören heute zum festen Bestandteil bei der Jugendkapelle und dem aktiven Orchester.

Am 12. Dezember fand der erste Vorspielnachmittag unserer Musikschüler statt.

1986

Im April war Bezirkskonzert in Kenzingen und das Bundesmusikfest in Freiburg. Dort erreichte man beim Wertungsspiel einen ersten Rang.

Vom 3. bis 6. Juli ging es zu einem Musikfest nach Pürgg, die österreichische Heimatgemeinde von Dirigent Suppan.

1987

Beim Weinfest war die Musikkapelle aus Pürgg zu Gast.

Herr Dirigent Suppan hat die Jugendausbildung in Malterdingen wieder neu belebt. Im dritten Jahr seiner Tätigkeit hatten wir 23 Jugendliche in Ausbildung.

1988

Am 8. April konnten wir in einer kleinen Feier zusammen mit Bürgermeister Mundinger und Bezirksobermann Bilharz das neue Probelokal an der Schule einweihen.

Vom 3. – 5. juni feierten wir in der Turnhalle das 60-jährige Vereinsjubiläum.

1989

Am 22. und 23. April fuhren wir dann mit Interimsdirigent Ulrich Lutz nach Welschneudorf im Westerwald. Die Verbindung mit dem Welschneudorfer Gesangverein besteht auch heute noch.

1990 – Viel neues…

Am Familienabend präsentierte sich der Musikverein zum ersten Mal mit der neuen Uniform und mit dem neuen Dirigenten Stefan Schlatterer.

Herr Schlatterer hat dann das Ausbildungskonzept für die Jugendausbildung in der Weise verändert, dass er gut ausgebildete Musiker an Lehrgängen des Verbandes beteiligte und diese wiederum als Ausbilder im Verein einsetzte.

1991

Beim Familienabend hatte die Jugendkapelle ihren ersten Auftritt.

Bei der Generalversammlung wurde berichtet, dass sich 28 Jugendliche in Ausbildung befinden. Der Dirigent wünschte sich für die Jugendkapelle zwei Konzerttermine im Jahr und sprach sich dafür aus, dass die Lehrgänge des Verbandes noch mehr genutzt werden.

1994

Am 16. und 17. April fuhren wir zusammen mit dem Partnerschaftsverein nach Lentilly um die Verschwisterung mit der französischen Partnergemeinde zu feiern.

Am 29. April wurde der Musikvereinh bei einer feierstunde in der Halle mit dem Dorfpreis der Gemeinde ausgezeichnet. Im Mai nahm die Jugendkapelle an einem internationalen Jugendkapellentreffen in Breisach teil.

1995

Im Mai konnten wir das kleine Jubiläum „5 Jahre Jugendkapelle“ feiern. Zusammen mit verschiedenen Jugendkapellen aus der Gegend hatten wir ein schönes Jungmusikfest.

Bei einem Wertungsspiel in Wasser erreichte die Jugendkapelle einen „Ersten Rang mit Belobigung“.

An Pfingsten fuhren wir nach Kleinblittersdorf um dort 20 Jahre Freundschaft zu feiern.

Beim Kirchenkonzert im Dezember traten im ersten Konzertpart zum ersten Mal Kammermusikgruppen des Vereins auf. Im zweiten Konzert spielte das gesamte Orchester.

1996

Im Mai veranstalteten wir eine Jugendfreizeit in unserer Partnergemeinde in Lentilly. Unsere Musikjugend verbrachte dort unvergeßliche, erlebnisreiche Tage.

1998

Am Wochenende des 5.-6.4.1998 feierten wir unser 70-jähriges Vereinsjubiläum in der Malterdinger festhalle.

Das letzte Gründungsmitglied des Musikvereins, Otto Brucker, begleiteten wir am 18. Ausgust zu seiner letzten Ruhestätte.

Im Sommer begann die musikalische Früherziehung, somit konnten wir erstmals Kindern ab 4 Jahren eine musikalische Ausbildung anbieten.

1999

Am 27. März gestalteten wir mit unserem Nachbarverein aus Hecklingen ein gemeinsames Frühjahrskonzert in der Malterdinger Turnhalle. Als besonderen Höhepunkt des Abends führten wir das Solostück für Klavier und Orchester „Rhapsody in Blue“ auf, Katharina Roser beeindruckte als Solistin.

Am 24. und 25. April nahmen wir an den Feierlichkeiten zum 5-jährigen Bestehen unserer Partnerschaft mit der Gemeinde Lentilly aus Frankreich. Eigens zu diesem Anlass wurde ein Projektorchester gegründet, es begeisterte mit einem grandiosen Kirchenkonzert in Lentilly.
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2000

Im August war das Projektorchester mit Jugendlichen aus Malterdingen und umliegenden Gemeinden in Seinajöki/Finnland. Dort erreichten Sie beim Wertungsspiel mit der Silbermedaille eine außergewöhnliche Leistung.

2001

Seit Oktober bieten wir eine komplette musikalische Ausbildung im Musikverein an. Angefangen mit der Früherziehung der Kinder ab 4 Jahren, geht es weiter mit Blockflötenunterricht und Theoriestunden, schließlich die Instrumentalausbildung im Musikverein.

2002

Die Generalversammlung am 8. März brachte dem Musikverein einen Wandel im geschäftsführenden Vorstand. Zum ersten Mal wurde mit Magdalena Neff eine Frau zum zweiten Vorstand gewählt. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren abgezeichnet, da die Frauenpower auch beim Musikverein nicht zu bremsen war.

Im Dezember verabschiedeten wir unsseren langjährigen Dirigenten Stefan Schlatterer beim alljährlichen Familienabend. Seit 1. Januar 2003 hat unser neuer Dirigent Marcus Sählinger die musikalischen Fäden in seinen Händen. Mit ihm hat man aus 6 Kandidaten eine sehr gute Wahl getroffen.

2003

Am 13. Februar wurde mit 17 Gründungsmitgliedern der „Förderverein des Musikverein Malterdingen e.V.“ gegründet.

Das eigentlich zu feiernde 75jährige Jubiläum haben wir aus Termingründen in das Jahr 2004 verschoben.